Alltagsleben im Spitzensport

Spitzensportler leben anders. Wir Zuseher kennen sie von Bewerben und „am Stockerl“ - doch wie sieht das Alltagsleben dieser Menschen aus? Skirennläuferin Veronique Hronek erzählt von Trainingsphasen und Alltagsritualen.

„Das Auto muss auch einmal gewaschen werden“

Für die meisten Menschen stellt sich das Leben von Spitzensportlern und Menschen im Rampenlicht als ungewöhnlich und aufregend dar. Die Spitzensportlerin Veronique Hronek sieht ihr Leben als genauso normal wie jedes andere – mit dem einzigen Unterschied, dass sie Ihr Hobby zum Beruf gemacht hat: „Bei mir dreht sich den ganzen Tag alles um den Sport. Insofern lebe ich sicher ungewöhnlich, denn ich habe mein größtes Hobby zu meinem Beruf gemacht. Dies ist nicht jedem Menschen möglich und ich freue mich sehr, dass es mir gelungen ist“.

Dass das Alltagsleben von Spitzensportlern oftmals ganz alltäglich verläuft, bestätigt die junge Sportlerin sofort: „Wir Sportler trainieren viel, den ganzen Tag dreht sich alles um den Sport. Und doch gibt es immer wieder Dinge, die man eben nicht so gern macht, da unterscheiden wir uns wohl kaum von jedem anderen Menschen. Ich mag zum Beispiel Verwaltungsdinge nicht besonders gern, doch die gehören auch erledigt. Und das Auto muss auch einmal gewaschen werden!“

Das Familienleben und die Freundschaften unterscheiden sich jedoch ganz klar von dem, was gemeinhin als „üblich“ bezeichnet wird, wenn man bedenkt, dass unsere Wintersportler die meiste Zeit des Jahres auf Reisen sind. „Bei Rennen in Deutschland und Österreich können Freunde und Familie mitkommen, das ist natürlich möglich und freut mich sehr, aber wenn wir dann weiter weg reisen, dann sind oft Wochen dabei, an denen man weder Freunde noch Familie treffen kann“, berichtet Veronique Hronek, „und natürlich nutzt man dann jede freie Minute zu Hause, um etwas mit der Familie zu unternehmen“.

Dass das viele Reisen und der Abstand von daheim nicht nur im Winter Thema ist, zeigt sich, wenn man den dichten Sommertrainingsplan von Wintersportlern betrachtet. Neben starken Wochen, die mit Konditionstraining und Rennvorbereitungen ausgefüllt sind, werden die Trainings im Sommer in Übersee absolviert. „Für mich ist das Reisen eine große Freude“, erzählt Veronique Hronek, „auch wenn wir auf unseren Trainingsreisen nicht sehr viel Zeit für Sightseeing haben. Den Kontakt mit der Familie und mit Freunden zu halten, ist heute sicher einfacher als noch vor zwanzig Jahren, wir können mailen oder via skype telefonieren, sie wissen meine Angehörigen zu Hause, wie es mir geht und ich erfahre auch immer, was daheim los ist“.

Diese neuen Medien ermöglichen auch, dass Veronique Hronek Informationen und Bilder vom anderen Ende der Welt schickt – zum Beispiel für diesen Beitrag.