Frauen als Lkw-Berufskraftfahrer

Unter den Lenkern von Lastkraftwagen befinden sich nur sehr wenige Frauen.
Der Berufskraftfahrer ist bisher eine fast ausschließlich Männern vorbehaltene Domäne.

Der Frauenanteil unter den aktiven Berufskraftfahrern liegt bei 4,3 %. Ungefähr 240 Berufskraftfahrerinnen befinden sich gegenwärtig bundesweit in der dreijährigen dualen Ausbildung zur Berufskraftfahrerin. Angesichts ihres großen Arbeitskräftebedarfs unternehmen Speditionsunternehmen jedoch Anstrengungen, um Frauen verstärkt als Berufskraftfahrerinnen zu gewinnen!

Einsatzgebiete von Frauen als Berufskraftfahrerinnen
Ein verstärkter Einsatz von Berufskraftfahrerinnen ist insbesondere im Güternahverkehr zu beobachten, der eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht. Auch im Nahverkehr bestehen allerdings immer noch Optimierungsmöglichkeiten, denn ein pünktlich zur Schließungszeit von Kinderkrippen und Kindergärten erfolgender Dienstschluss wird von Speditionsunternehmen bisher selten zugesagt. Je nach Verkehrsaufkommen können Berufskraftfahrerinnen zudem die Kinderbetreuungseinrichtungen nicht immer pünktlich erreichen.

Die Akzeptanz von Berufskraftfahrinnen durch Kollegen und Vorgesetzte
Unter Berufskraftfahrern sind Frauen eher selten anzutreffen. Männliche Berufskraftfahrer empfinden Frauen daher immer noch als ungewöhnliche Erscheinung und tun sich mit einer wirklichen Akzeptanz, kollegialem Verhalten und einem achtungsvollen Umgangston häufig noch recht schwer.  

Körperliche Anforderungen
Manuelle Ladetätigkeiten (z. B. der Umgang mit schweren Ketten bei Ladevorgängen im Schwerlastverkehr) erfordern nicht unerheblichen Krafteinsatz, der von Frauen naturgemäß weniger gut als von ihren männlichen Kollegen erbracht werden kann. Frauen sind daher zuweilen auf Hilfe Dritter angewiesen. Doch bestehen körperlich weniger belastende Einsatzmöglichkeiten zum Beispiel im Bereich des Containertransports.

Das Gehalt von Berufskraftfahrerinnen
Während Männer auf ein durchschnittliches Monatsgehalt von etwas mehr 2.000 Euro kommen, verdienen Frauen durchschnittlich knapp 1.800 Euro.
Allerdings ist die unterschiedliche Bezahlung nicht zwangsläufig eine Folge einer geschlechtsspezifisch geringeren Vergütung, sondern lässt sich möglicherweise auch auf die unterschiedliche Dauer der Berufserfahrung zurückführen: Berufskraftfahrer im ersten Berufsjahrjahr erhalten ungefähr 1.800 Euro durchschnittlich und erreichen bei über zehnjähriger Tätigkeit etwa 2.100 Euro. Nicht selten kündigen ausgebildete Berufskraftfahrerinnen nach wenigen Jahren aus familiären Gründen, da sie Beruf und Familie oft schwer in Einklang bringen können. Zudem wird das Durchschnittsgehalt auch durch den vorrangigen Einsatz von Berufskraftfahrerinnen im Nahverkehr beeinflusst.

Wie lässt sich die Attraktivität des Kraftfahrerberufes für Frauen verbessern?
Für Männer und Frauen gilt gleichermaßen, dass lange Touren und betriebliche Überstundenwünsche langfristig angekündigt werden sollten, um eine Abstimmung innerhalb der Familie zu ermöglichen. Beide Geschlechter fahren gerne einen LKW mit vernünftiger Ausstattung, z.B. mit Ladehilfen.

Der Spaß Faktor darf auch im Beruf eine Rolle spielen,
deshalb ist ein LKW mit Plakatwerbung ein Arbeitsplatz, der sich aus der grauen Masse hervorhebt. Um die Attraktivität des Kraftfahrberufes für Frauen weiter zu steigern, ist ein respektvoller Umgang mit Berufskraftfahrerinnen seitens ihrer Vorgesetzten und Kollegen, eine generelle Ausstattung von Lastkraftwagen mit Ladehilfen und die Einrichtung von Sozialräumen für Frauen (einschließlich von Duschen und Umkleidemöglichkeiten) unerlässlich.Ein Betrieb, der auf die Einbeziehung von Frauen setzt, darf sie nicht benachteiligen, auch wenn Frauen familienbedingt nicht immer kurzfristig zu Überstunden abgerufen werden können.


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